Streit um den Ausstieg aus dem Atomausstieg

Wirtschaftsminister Glos ließ im August 2008 eine Verländerung der Atomkraftwerklaufzeiten prüfen und muss sich zu recht Kritik von Umweltminister Gabriel anhören. Der wirft ihm vor, nicht nur gegen den Koalitionsvertrag zu verstoßen, sondern auch noch Atomlobbyismus zu betreiben.

Gloß's Wirtschaftsministerium hat eine Arbeitsgruppe beauftragt, ein "Kernenergie-Nutzungsgesetz" zu erarbeiten. Dabei ist die Arbeitsgruppe u.a. zu dem Schluss gekommen, dass es sinnvoll sei, die Laufzeiten der Atomkraftwerke von 32 Jahren auf 40 Jahre zu verlängern.

Angeblich keine billige und gesicherte Energieversorgung ohne Atomkraft

Dies sei ökologisch und ökonomisch vorteilhaft. Ohne einen solchen Schritt müsse bereits in zehn Jahren fast doppelt so viel Strom aus Gas produziert werden wie zum jetzigen Zeitpunkt. Wegen der steigenden Erdgaspreise würden aber die Verbraucher mit mehreren zusätzlichen Milliarden Euro belastet werden.
Gabriel entgegnete dem, das nur Energieeffizienz und regenerative Energien langfristig Preissteigerungen vermindern und die Versorgung sowie die Klimaschutzziele realisierbar machen würden.

Vermeintlich umweltfreundliche Atomkraft

Der Umweltminister berichtete in diesem Zusammenhang, dass mittlerweile 250.000 Menschen in der Branche für erneuerbare Energien beschäftigt seien und bis zum Jahr 2020 sich die Zahl noch einmal verdoppeln würde. Wer diesen Boom abwürgen wolle, hätte den falschen Beruf, so der Umweltminister.

Abermals betonte Gabriel, dass es nach wie vor kein sicheres Endlager für Atommüll gäbe. Längere Laufzeiten würden höchstens zu höheren Gewinnen der Energieversorger führen und nicht zu einer Senkung der Benzin- und Strompreise.